news-studienschwerpunkte.jpg

Exkursion zur BMW Welt - Premium Tour for Premium Students

IBS Studenten Exkursion zu BMW in Ingolstadt

Tour-Guide Senhora Cardoso zog die IBS'ler in den BMW-Bann

IBS Studierende erkunden BMW

Lichtspiel erlaubt die Projektion schwebender, sich stets ändernder Karosseriebilder

... so viel Praxis wie möglich! Besonders bei den IBS-Exkursionen

IBS Nürnberg meets BMW in München

Nachdem die bisherigen Exkursionen im Rahmen der ABWL-Veranstaltungen gerne zum Audi-Werk nach Ingolstadt führten, traten wir diesmal den Weg zum Hauptwettbewerber nach München an. Zumal BMW mit der Premium-Tour eine Führung durch drei Highlights auf einen Streich anbietet: die BMW Welt, das BMW Museum und das BMW Werk. Das forderte den 10 Teilnehmern der IBS 14 zwar über 6 km Laufstrecke in fast 3,5 Stunden ab, wurde aber belohnt mit einem haut- und "ohren" nahen Erleben der Produktion sowie den mitreißenden Erzählungen der sehr motivierten und motivierenden portugiesischen Tour-Guide Senhora Cardoso.

Aber der Reihe nach: Treff war im eleganten Foyer der BMW Welt, das wir jedoch rasch verließen, um zum gegenüberliegenden BMW Museum zu laufen. Das aufgrund ihrer Schalenform als Salatschüssel oder bayrisch korrekt als "Weißwurstkessel" titulierte Gebäude inszeniert auf "innovative und faszinierende Weise" die Unternehmens-, Marken- und Produktwelt von BMW. 125 Autos, Motorräder und Relikte aus Forschung, Kunst & Entwicklung schreiben über 90 Jahre BMW Geschichte. Die Anfänge des Unternehmens im Jahre 1916 sahen allerdings zunächst Höhenflüge vor, nämlich als Bayrische Flugzeugwerke (BFW), bevor es 1923 mit dem ersten Fahrzeug, einem Motorrad, auf den Boden der bereiften Tatsachen ging. Der Name Bayrische Motorenwerke (BMW) entstand parallel und ging aus den Rapp-Motorenwerken hervor, die ihre Marken und das Logo, den weiß-blauen "Propeller", an BFW abgaben, die wiederum fortan den Namen BMW trugen. Erst 1928 wurde BMW zum Automobil-Hersteller. Die Exponate hier näher zu betrachten, hieße einen Katalog zu verfassen. Darum hier nur die Empfehlung beim nächsten München-Besuch einen Abstecher einzuplanen. Auf ein paar "High-Lights" im Wortsinn sei aber bereits hingewiesen: Ein beeindruckendes Lichtspiel erlaubt die Projektion schwebender sich stets ändernder Karosseriebilder. Ebenfalls faszinierend, ein - nur mit Guide erlaubter - Blick hinter die "Fluchttüren" des Museums. Hinter ihnen und hinter den Wänden verbergen sich auf drei Etagen 1,75 Millionen weiße LEDs, die im ständigen Bewegungsmodus die Exponate durch beeindruckende Lichtspiele hervorheben.

Die zweite Station sollte zum absoluten Highlight der gesamten Tour werden. Da waren sich Studenten sowie Dozent einig: im BMW Werk erlebten wir hautnah und fast zum Anfassen (nur getrennt durch Glaswände) den Entstehungsprozess eines BMW im Karosseriebau (gar nicht so laut) und in der Lackiererei (gar nicht so gut riechend). 847 Industrieroboter im Karosseriebau gehen den ca. 800 Mitarbeitern in diesem Teil der Fertigung zur "Hand" (oder war es umgekehrt?). Nicht nur wegen der orangenen Sicherheitsfarbe fielen die Maschinen deutlich mehr auf als die Mannschaft, was der Produktion teilweise eine geisterhafte Stimmung verlieh, die auch ein wenig zum Grübeln anregte. Besonders possierlich hingegen, fast menschlich, wirkten die Filigranroboter in der Lackiererei, die mit elegantem Twist des Handgelenks ins Wageninnere zum Sprühvorgang eintauchten und sich nach vollendetem Werkstück "stolz abklatschten" - eine Art sensorische Korrespondenz der Maschinen untereinander. Ein paar eindrucksvolle Facts aus beflissenem Munde von Senhora Cardoso: in der Lackiererei fabrizieren 4 Grundfarbtöne außen sowie 12 innen über 150 Farbnuancen. Dazu kommen noch die Individuallacke, die in einem anderen Bereich sondergefertigt werden. Ein Carbondach des neuen M4 (gebaut werden hier zudem 3er Limousine wie Touring und das 4er Coupé) wiegt gerade einmal 5-6 kg, während die ABC-Säulen eines vergleichbaren Modells vor 20 Jahren noch 30 kg stemmen mussten. Leichtmaterialien sind mitverantwortlich für den deutlich reduzierten Kraftstoffverbrauch der Aggregate. Insgesamt laufen bis zu 950 Modelle tagtäglich von den Bändern in dem mittlerweile kleinsten (!) und ältesten (seit 1922) BMW-Werk weltweit. Bis zu 258 von den Fertigfabrikaten können dabei im dreistöckigen Hochregallager "zwischenparken", bevor sie zur Auslieferung kommen. Die meisten rollen aber bereits am Tag ihrer Geburt hinaus an ihren "Leistungsort".

Wir "rollten" nach dem Werksmarsch unserer dritten Station entgegen: Die Premium Tour endete mit einem Rundgang in der BMW Welt. Dort erhielten wir Einblicke in die außergewöhnliche Architektur: 2007 bescherte der Stararchitekt Prof. Wolf Prix auch München eine "Schwangere Auster", die es zuvor nur in Berlin gab. 2008 erhielt der Bau beim World Architecture Festival in Barcelona den Award in der Kategorie "Production. In der BMW Welt fanden bereits über 100.000 Automobilabholungen statt. Die Übergabe der Fahrzeuge an Kunden aus aller Welt kann dabei mit allerlei zusätzlichen Shows wie musikalischer Begleitung, Tanzeinlagen und Lightshows gebucht werden. Dem Event Management sind dabei fast keine Grenzen gesetzt. Ferner finden sich alle relevanten aktuellen BMW- und Mini-Modelle zum Anfassen, Rein- oder Raufsetzen (aber leider nicht Losfahren). Zudem sind auch die modernen i-Modelle (i3, i8) sowie zwei Platzhirsche der BMW Marke Rolls Royce zu bestaunen. Außerdem locken noch BMW Shop und BMW Lounge, um den Geld-Güter-Kreislauf anzukurbeln. Buchbar bzw. auch heftig gebucht sind mehrere Event-Areas für Gastfirmenveranstaltungen all möglicher Art. Beim abschließendem IBS14-i8-Gruppenbild lagen dann weit über 6 km Strecke und knapp 4 Stunden Laufzeit hinter uns - ein lohnendes Investment, wie tags darauf aus allen Mündern zu hören war.

Autor: Thomas Ohlenbostel, Dozent für ABWL an der IBS Nürnberg

0911 2723542
Menü
X